Wer das wohl bekannteste kostenlose Web-Analytics Tool “Google Analytics” benutzt und wem schon immer unwohl bei dem Gedanken war, dass dabei die Datenkrake in Besitz der wichtigsten Daten einer Website kommt, für den gibt es auch eine sehr gute Alternative, nämlich das Open Source Web-Analyse Tool Piwik, das ich nun auch für den Thomas Sabo Report benutze! (seit kurzem gibt es übrigens die Piwik-Webseite auch in offizieller deutschsprachiger Version)
Piwik bietet dem Nutzer, ähnlich wie Google, alle Zahlen zu Zugriffen auf der eigenen Webseite oder Blog. Neben den wichtigsten Kennzahlen, wie Page Impressions, Visits, und dem Tracking der Suchwörter stellt Piwik auch wichtige Filteroptionen und Statistiken bereit.
Angefangen unter dem Namen “phpMyVisits” findet das aus Frankreich kommende Projekt immer mehr Anhänger aus aller Welt, wohl auch deshalb, weil es im Vergleich zu Google einige Vorteile mit sich bringt:
Datenerfassung auf eigenem Server
Eines der wohl wichtigsten Features ist die Tatsache, dass die Datenerfassung bei Piwik lokal abläuft. Anders als bei Google arbeitet Piwik php-basiert mit einer kleinen Applikation auf dem eigenen Webserver und speichert seine Daten auf einer lokalen MySQL-Datenbank. Damit bleiben die erfassten Daten da wo sie hingehören, nämlich nur beim Webmaster und nicht bei einem Dritten. Ausserdem entfällt dadurch die Zustimmung zu Datenschutzerklärungen, mit denen man womöglich nicht einverstanden ist! Einfach den kurzen Tracking Code auf der Webseite eingebunden, erfasst Piwik ab sofort alle Daten der Benutzerströme.
Individualität schafft Überblick
Betrachtet man die Oberfläche (Dashboard) fallen einem doch gleich Gemeinsamkeiten zu Google auf. Allerdings besteht bei Piwik die Möglichkeit sich die die Diagramme auf Klick in unterschiedlichen Diagrammarten anzeigen zu lassen. Mit Hilfe dieses Features kann man sich seine Daten so anzeigen lassen, wie es individuell für den User am einfachsten ist, die Daten anzusehen und auszuwerten. Ich beispielsweise bevorzuge die Balkendiagrammansicht, der Zugriffszahlen der letzten 12 Monate.
Do It Yourself – Programmierung eigener Applikationen
Da Piwik ein Open-Source-Projekt ist und somit alle Ressourcen für jeden zugänglich sind, ist es auch möglich, sich eigene Auswertungen zu programmieren, die noch nicht integriert sind. Diese kann man natürlich auch der sehr guten Developer Zone zur Verfügung stellen und ggf. verbessern oder weiterentwickeln lassen. Die immer länger werdende Kette an Entwicklern und Nutzern haben Piwik bereits jetzt schon zu einer sehr großen Fangemeinde anwachsen lassen und diese wächst von Tag zu Tag.
Googles Grenzen sind Piwiks Sprungbrett
Wer GA benutzt und eine trafficstarke Website betreibt, der wird bei Google an seine Grenzen stoßen. Denn GA trackt für eine Website nur 5 Millionen Page Impressions pro Monat mit. Wer also monatlich mehr PIs auf seinen Seiten verzeichnet und trotzdem noch vernünftige Zahlen auswerten und analysieren will, dem kann Piwik Abhilfe verschaffen. Aufgrund der lokalen Nutzung von Piwik hat man keine Einschränkungen die Zugriffszahlen betreffend und kann somit auf realistischere Daten als bei Google zugreifen.
Fazit und Ausblick
Piwik wird sich auf kurz oder lang mit GA messen können. Die ständige Weiterentwicklung durch die “Wisdom Of The Crowd”, die lokale Datenerfassung und auch die gute grafische Darstellung durch die Integration von Ajax und Flash-Elementen erleichtern einem die Arbeit bei der Analyse. Ich selbst werde jetzt in einer Testphase im Blog beide Applikationen laufen lassen und bin vor allem mal auf die Zahlen gespannt, vor allem darauf in wie weit sie sich tatsächlich unterscheiden.
Derzeit ist Piwik als freier Download in der Version 0.5.5 erhältich!


